Kunst im Kloster



Ausstellung »83 Bäume« und Gartenprojekt der Künstlerin Anna Susanne Jahn

Bild von Anna Susanne Jahn aus der Serie »83 Bäume«
 

Bevor Anna Susanne Jahn, Jahrgang 1961, im Sommer 2007 nach Nebel auf der Insel Amrum zog, lebte sie im Landkreis Uelzen. Hier entstanden zahlreiche Landschafts-, Wasser- und Wolkenbilder. Im Rückblick erscheinen ihr die großen alten Bäume als das schönste und kostbarste Element in der niedersächsischen Landschaft. Nun kehrt die Künstlerin für zwei Monate zurück in den Landkreis Uelzen, um die Damengärten des Klosters Ebstorf ins Bild zu setzen. Zuvor wird, gewissermaßen als Einstimmung, am Sonnabend, 2. Mai, in der Propsteihalle des Klosters ihre Ausstellung »83 Bäume« eröffnet. Die Bilder zeigen Pflanzenteile von Bäumen, die in der Technik des Naturselbstdrucks gedruckt, farbig aquarelliert und weiträumig auf Büttenpapier in einen grafischen Kontrast gesetzt sind. Was ist Naturselbstdruck? »Die Pflanze zeichnet sich selbst«, sagt die Künstlerin dazu. 

Die Künstlerin Anna Susanne Jahn. Foto: Anna Mareike Jahn 


Anna Susanne Jahn, die in Braunschweig Kunst studiert hat, ist Spezialistin für Aquarelle. Ihre  Pflanzendarstellungen stehen in der naturwissenschaftlich beobachtenden Tradition großer Vorbilder wie Georg Flegel, Maria Sibylla Merian und Albrecht Dürer. Die botanischen Besonderheiten jeder Pflanze in ihrer charakteristischen Schönheit werden von ihr genau wiedergegeben. Aber auch Einflüsse traditioneller japanischer Malerei, die Anna Susanne Jahn im Rahmen ihres sechsmonatigen Aufbaustudiums in Kyoto (Japan) studiert hat, sind in ihren Bildern spürbar.

In den folgenden acht Wochen nach der Ausstellungseröffnung in EEbstorf porträtiert Anna Susanne Jahn vor Ort die Pflanzen der Damengärten. Dabei benutzt sie erneut Technik des Natur selbstdrucks, aquarelliert im künstlerischen Kommentar Pflanzen in farbiger Transparenz. So entwickelt sie in der Weite des Bildraumes die zarte Schönheit der Pflanzen und zugleich zeigt sich die leichte Verletzlichkeit der Natur. 

Besucherinnen sind eingeladen während der Öffnungszeiten zuzusehen wie Anna Susanne Jahn ihre Bilder gestaltet. Ihre konzentrierte Arbeit erlaubt Einblicke in den Werkprozess einer behutsamen und verantwortungsbewussten Künstlerin. 
Wand für Wand wird die Propsteihalle mit der neuen Serie gefüllt und dann das fertige „Ebstorfer Herbarium“ am Sonnabend, 27. Juni, um 16:00 Uhr offiziell vorgestellt. 
 

Die Ausstellung wird außerdem ergänzt durch ein selten gezeigtes Kunstwerk: ein kostbares Paradiesgärtlein aus der Zeit um 1480. Auf Goldfolie sind eine Vielzahl von Kunstblumen genäht, ergänzt um zahlreiche Reliquienpäckchen mit Flussperlen und Inschriften. Den Abschluss bildet ein besticktes hellgrünes Seidenkissen. Ausnahmsweise wird das Paradiesgärtlein öffentlich gezeigt. 

Zusätzlich werden Aquarell-Malkurse für Erwachsene und Jugendliche im Kloster Ebstorf angeboten. Ebstorfer Grundschulklassen haben die Möglichkeit, unter der Leitung von Anna Susanne Jahn eigene Pflanzenporträts zu malen und zu drucken. Am Ende wird ein Kunstkatalog entstehen. Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Dr. Christiane Hackerodt-Stiftung, der VGH-Stiftung und dem Lionsclub Bad Bevensen.


Weitere Informationen sind bei Äbtissin Angela Geschonke, Telefon 05822 2304, E-Mail info@kloster-ebstorf.de, erhältlich.