Ein Plumpsklo für das Museumsdorf

Wandergeselle Robert Manthey vor dem Treppenspeicher im Museumdorf, 
der ihm auch als Unterkunft diente. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Dass heute sein Geburtstag ist, erwähnt er nur am Rande. Für Robert Manthey ist es ein Tag wie jeder andere, seit eineinhalb Jahren schon und auch jetzt während seines Aufenthaltes im Museumsdorf Hösseringen. Wobei derzeit eigentlich kaum ein Tag ist wie jeder andere, denn Robert Mantey ist auf Walz. Seit 2024 zieht er durchs Land, von Süd nach Nord und wieder zurück. Abstecher ins europäische Ausland gehören auch dazu. Drei Jahre und ein Tag soll die Wanderschaft dauern, so wie es gute Handwerkstradition ist. 

Der seit heute 26-Jährige kommt von der schwäbischen Alb. Nach dem Abitur – es war die Zeit der Corona-Pandemie – absolvierte er ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Holzwerkstatt und arbeitete dann zwei Jahre in Neuseeland. »Ich wollte gerne etwas Praktisches machen«, sagt er – und entschied sich statt fürs Studium für eine Schreinerlehre. Noch ein Jahr arbeitete er anschließend bei seinem Meister und dann ging es los auf Wanderschaft. 
»Mich hat die Verbindung des Reisens mit den handwerklichen Traditionen fasziniert«, erzählt er. Deshalb hat er beispielsweise auch kein Handy dabei. Kürzlich arbeitete er einige Zeit im Weserbergland in einer Tischlerei, bei Flensburg baute er Tiny-Häuser. Davor war er im Rheinland unterwegs, inklusive Abstecher in das schweizerische Rheintal. 


Gemütliches Plätzchen: Robert Mantey auf dem historischen Plumpsklo, 
das er im Museumsdorf ausgebaut hat. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Die Reiseroute hatte Robert Manthey zunächst durchgeplant, aber »meistens kommt es anders, als man denkt«. Möglichkeiten für eine gute Arbeitsstelle ergeben sich oft spontan. Manchmal musste er auch eine Weile suchen. Zwischendurch finden immer wieder Treffen mit Kameraden statt, man verabredet sich längerfristig. Dann tauscht man sich natürlich aus, auch darüber, wo ein guter Meister zu finden ist. Und auch wenn sich dank moderner Technik viele Arbeitsgänge mittlerweile vergleichen lassen, ist die Arbeitsweise an verschiedenen Orten doch immer anders. »Jeder Meister hat andere Fokuspunkte für seine Projekte. Ob es um Innenausbau, Möbelbau oder Zimmereiarbeiten geht, man lernt immer etwas Neues«, fasst Robert Manthey zusammen. So auch im Museumsdorf Hösseringen. Hier baute der junge Schreiner einen historischen Lokus wieder auf. Dieser vervollständigt nun das Ensemble rund ums Kötnerhaus aus Bahnsen. »Ich stand an der Straße, um zu trampen. Da gab mir zufällig jemand den Tipp, es im Museumsdorf zu versuchen«, erzählt er. Es war zwar Montag und das Museum geschlossen, aber ein erstes Gespräch fand trotzdem statt – mit der Auskunft, dass es in Hösseringen immer etwas zu tun gibt. Eineinhalb Wochen Arbeit wurden schließlich daraus, verbunden mit einer besonders schönen Unterkunft im Treppenspeicher. Das ist nicht selbstverständlich. Schon manches Mal hat Robert Manthey draußen übernachtet. Aber das sei schon in Ordnung, „ich habe immer alles dabei“. In der Regel jedoch ergebe sich mit der Arbeitsstelle auch eine Unterkunft – ob bei der Schwiegermutter des Meisters oder im Hinterzimmer des Meisterbüros. Ein historischer Treppenspeicher ist natürlich etwas ganz Besonderes.

Gut 100 Jahre alt ist der Lokus, den er im Museum aufgebaut hat. Alle Teile waren eingelagert und wurden in historischer Art und Weise zusammengefügt. Fehlende und stark zerstörte Teile ersetzte Robert Manthey. Erfahrungen mit historischen Bauten sammelte er schon oft, insbesondere in der Schweiz. Finanziell hält er sich mit seinen Arbeitsstellen gut über Wasser. »Ich habe ja wenig Ausgaben, weder Auto noch Handy kosten Geld«, berichtet er. Die Zeit vergehe sehr schnell. Noch ein paar Wochen möchte Robert Manthey in der Lüneburger Heide bleiben, dann soll es nach Berlin gehen. Ein Treffen mit anderen Wandergesellen steht an. Auch für die Zeit nach der Wanderschaft hat er bereits Pläne: Den Meister machen und in die Heimat zurückkehren. »Vielleicht findet sich ein Betrieb«, hofft er. Vorher aber findet für ihn und seine Wanderfreunde noch eine Führung durch das Museumsdorf statt. Kostenlos natürlich. Dann geht die Reise weiter.
 

Das Plumpsklo wird mit einem passgenau gefertigten Deckel verschlossen.
Foto: Museumsdorf Hösseringen


Franzosenzeit im Museumsdorf

Ein Wochenende zwischen Besatzung, Befreiung und gelebter Vergangenheit



Dorfbewohner versuchen, Soldaten des Kurmärkischen Landwehr-
Infanterie-Regiments auf Abstand zu halten. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Am kommenden Wochenende wird das Museumsdorf Hösseringen erneut zur Bühne einer faszinierenden Zeitreise. Diesmal geht es mitten hinein in die sogenannte Franzosenzeit. Unter dem Titel »Gelebte Geschichte live im Museumsdorf – Ein Dorf unter Napoleon« erleben Besucherinnen und Besucher hautnah, wie sich das Leben der Menschen im frühen 19. Jahrhundert zwischen napoleonischer Fremdherrschaft, alltäglichen Pflichten und dem nahenden Befreiungskampf gestaltete.
Das vierte Bataillon des dritten Kurmärkischen Landwehr-Infanterie-Regiments schlägt vom 25. bis 26. Juli 2026 sein Lager im Museumsdorf auf. Die Soldaten befinden sich auf dem Marsch zur historischen Schlacht an der Göhrde – und machen für zwei Tage Halt, um Einblicke in militärische Abläufe, Ausrüstung, Lagerleben und die angespannte Stimmung dieser Zeit zu geben.

Geschichte zum Mitfiebern – Handwerk zum Zuschauen


Rund 40 Darstellerinnen und Darsteller lassen ein lebendiges Bild vom Alltag zur Zeit Napoleons entstehen und beziehen dabei immer wieder große und kleine Besucher mit in das Geschehen ein. Diese können beispielsweise beim Patronendrehen helfen. Während Soldaten exerzieren, Waffen präsentieren und Felddienst zeigen, arbeiten Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner, wie Doktor, Büchsenmacher und Bierbrauer an ihren alltäglichen Aufgaben. Besucherinnen und Besucher können beobachten, wie traditionell gearbeitet wurde – ganz so, wie es um 1813 im ländlichen Raum üblich war.
All diese Einblicke ergeben ein vielschichtiges, atmosphärisches Gesamtbild eines Dorfes, das zwischen Unterdrückung und Hoffnung auf Befreiung lebt. Die Darstellerinnen und Darsteller vermitteln ihr Wissen mit Leidenschaft und stehen für Gespräche bereit.

Oldtimertreffen im Museumsdorf

Wenn Transporthelden Geschichte erzählen – Historische Nutzfahrzeuge aus der Zeit des Wirtschaftswunders

Liebevoll restaurierte Nutzfahrzeuge wie dieser Lieferwagen sind am Wochenende im Museumsdorf Hösseringen zu sehen und zum Teil auch in Betrieb zu erleben. 
Foto: Museumsdorf Hösseringen

Es knattert, rattert und brummt im Museumsdorf Hösseringen: Am Sonnabend, 4. Juli, und Sonntag, 5. Juli, erwachen bei der Veranstaltung »Transporthelden: Oldtimertreffen historischer Nutzfahrzeuge in Aktion« im Museumsdorf Hösseringen die 1950er- und 1960er zu neuem Leben. Liebevoll restaurierte Lastwagen, Dreiradfahrzeuge, Lieferfahrräder und Zugmaschinen erinnern an die Zeit des Wirtschaftswunders und laden zu einer faszinierenden Zeitreise ein.
Viele der historischen Fahrzeuge sind nicht nur zu bestaunen, sondern auch in Betrieb zu erleben. Ergänzt wird das Oldtimertreffen durch einen Wochenmarkt und eine Baustelle im Stil der 1950er Jahre, auf denen ein reger Warenumschlag mit Konsumgütern der Adenauerzeit gezeigt wird. Die Besitzerinnen und Besitzer der Fahrzeuge geben spannende Einblicke in Technik, Geschichte und Restaurierung ihrer Oldtimer.
Ein Großteil der historischen Nutzfahrzeuge bleibt auch am Sonntag auf dem Museumsgelände und sorgt an beiden Tagen für ein außergewöhnliches Museumserlebnis. Das Museumsdorf Hösseringen lädt damit zu einem Wochenende voller Nostalgie, Technik und lebendiger Zeitgeschichte ein Oldtimerfans, Familien und alle, die das Wirtschaftswunder einmal hautnah erleben möchten.

Moorschutz als Investion in die Zukunft

Gemeinsam mehr erreichen: Netzwerk Großes Moor Gifhorn gegründet

Das Große Moor im Landkreis Gifhorn leidet leidet unter den Folgen jahrzehntelanger Entwässerung und
intensiver Nutzung durch die Torfindustrie. Mehrere Organisationen und Institutionen aus der Region wollen das ändern: Mit dem jetzt gegründeten Netzwerk Großes Moor Gifhorn sollen Schutz,  Wiederherstellung und die nachhaltige Entwicklung des Großen Moores gemeinsam gesichert werden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde gestern unterzeichnet. 

Wiedervernässte Fläche im Großen Moor bei Gifhorn. Foto: Inka Lykka Korth

Zwölf Ziele für die Zukunft des Großen Moores

Mit der unterzeichneten Vereinbarung verpflichten sich die Netzwerkpartner, gemeinsam an zwölf
zentralen Handlungsfeldern zu arbeiten:
• Nachhaltiges Wassermanagement entwickeln
• Moorflächen wiedervernässen
• Entwässerung reduzieren
• Moortypische Arten und Lebensräume schützen
• Lebensräume besser vernetzen
• Naturerlebnis und Naherholung stärken
• Wissen über Moore vermitteln
• Erfolge wissenschaftlich begleiten und kontrollieren
• Wissenslücken durch Forschung schließen
• Nachhaltige und moorschonende Nutzung fördern
• Moorbrände verhindern und Vorsorge verbessern
• Die Kulturgeschichte des Moores bewahren

Zu den Partnern des neuen Netzwerks gehören der Landkreis Gifhorn, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der Wasser- und Bodenverband Sassenburg, der Förderverein Großes Moor, der NABU-Kreisverband Gifhorn, der Verein Natur- und Kultur-Erlebnispfad Großes Moor Gifhorn sowie die Arbeitsgemeinschaft Fahrradwege in der Gemeinde Sassenburg. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie durch den Regionalverband Großraum
Braunschweig gefördert.

Gifhorns Landrat Philipp Raulfs (links) mit Vertretern der im Netzwerk engagierten Akteure. 
Foto: Landkreis Gifhorn

Mit der Gründung des „Netzwerks Großes Moor Gifhorn“ wollen die beteiligten Akteure ein deutliches Zeichen für einen zukunftsorientierten Klima- und Naturschutz in der Region setzen. Gemeinsam wollen sie die einzigartigen ökologischen, klimatischen und kulturellen Werte des Großen Moores bewahren und weiterentwickeln.

Moore als Schlüssel für Klima- und Artenschutz

Der Schutz der biologischen Vielfalt und des Klimas zählt zweifellos zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Moore leisten hierzu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie bieten hoch spezialisierten und teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum. Gleichzeitig speichern intakte Moore große Mengen Kohlenstoff dauerhaft im Torf und entziehen damit der Atmosphäre klimaschädliches Kohlendioxid.
Darüber hinaus können Moore erhebliche Mengen Wasser aufnehmen und speichern, wodurch Moore einen wichtigen Beitrag zum lokalen Wasserhaushalt und zur Klimaanpassung leisten: In Extremsituationen wie Hochwasserlagen und Trockenperioden können sie so unmittelbar zum Schutz der Bevölkerung beitragen, indem sie in regenreichen Phasen andere sensible Landschaftsräume entlasten oder das Risiko von Flächenbränden wirksam reduzieren. Nicht zuletzt sind Moore wertvolle Naturerlebnis- und Naherholungsräume für die Bevölkerung. Sie haben damit verbunden ein großes, bisher aber nur teilweise genutztes Potenzial als Standorte der praktischen Umweltbildung.

Netzwerk will Dialogforum sein

Das jetzt gegründete Netzwerk versteht sich als Dialogforum, das die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wassermanagement im Großen Moor diskutiert und gemeinsam Lösungen entwickelt. Dabei sollen Naturschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naherholung, Wissenschaft sowie die Flächeneigentümer an einen Tisch gebracht werden. Neben der Konzeption konkreter Projekte ist die Information ein weiteres zentrales Anliegen des auf Wachstum ausgelegten Netzwerks, an dem sich künftig Akteure mit den unterschiedlichsten Hintergründen beteiligen können und sollen. Übergeordnetes Ziel ist es, die moortypische Lebensräume wiederherzustellen und zu erhalten und für einen naturnahen Wasserhaushalt zu sorgen. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für die Bedeutung des Moorschutzes in der Region gestärkt werden.

Große Herausforderungen erfordern gemeinsames Handeln

Durch jahrzehntelange Entwässerung und Nutzung sind viele Moore in Niedersachsen stark beeinträchtigt. Dadurch verlieren sie ihre Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern, und werden selbst zu bedeutenden Quellen von Treibhausgasemissionen. Nach aktuellen Schätzungen stammen rund zwölf Prozent der Treibhausgasemissionen Niedersachsens aus entwässerten Mooren.
Auch das Große Moor im Landkreis Gifhorn ist von den Folgen früherer Torfgewinnung sowie land- und forstwirtschaftlicher Nutzung geprägt. Obwohl der Torfabbau in den kommenden Jahren ausläuft, sind weitere Maßnahmen erforderlich, um die Funktion des Moores als Kohlenstoffspeicher wiederherzustellen und die Anforderungen des europäischen Natura-2000-Schutzgebiets umzusetzen.

Niedersachsen Moorland Nr. 1 

»Niedersachsen ist flächenmäßig Moorland Nr. 1. Hieraus ergibt sich eine besondere Verantwortung beim Moor- und Klimaschutz, die wir aktiv annehmen – zum Beispiel im Rahmen des in den vergangenen Jahren im Landkreis Gifhorn mit unseren Partnern bereits durchgeführten Vernässungsprojekts«, sagte Walter Wimmer, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle Süd in Braunschweig. Der Landesbetrieb ist mit über 1.000 Hektar Fläche größter Flächeneigentümer im Naturschutzgebiet Großes Moor und will sich umfangreich im neuen Netzwerk einbringen.

Naturschatz mit Problemen

Philipp Raulfs, Landrat des Landkreises Gifhorn, betonte am Rand der Veranstaltung die Bedeutung des Projekts: »Das Große Moor ist ein in der Region beispielloser Naturschatz – ein Schatz mit aktuell allerdings noch großen Problemen.« Es stimme
zuversichtlich, dass »heute so viele engagierte Akteure aus Gifhorn und darüber hinaus mit Begeisterung und Tatendrang an einem Strang ziehen«. Moore zu schützen und zu erhalten sei eine Investition in die Zukunft der Region. 

Weitere Stimmen der im Netzwerk engagierten Akteure

Detlev Junge (Förderverein Großes Moor):

»Wir kennen, lieben und schützen das Große Moor. Mit dem Moormuseum, der Beschilderung der historischen Wege, der Dokumentation der Wiedervernässung und unseren Exkursionen, erläutern wir die Geschichte und die Natur. Die Zusammenarbeit mit anderen im Moor tätigen Gruppen im Netzwerk hilft gemeinsam qualifizierte Lösungen zum Erhalt des Moores zu finden. Wir bringen gern die 230 Jahre praktischer Erfahrung der Moordörfer zu Natur, Wassermanagement und Brandschutz ein. Wir wollen gemeinsam, für Natur und Menschen, die Zukunft unseres Moores gestalten.«
Knut Schmidt (Natur- und Kultur-Erlebnispfad Großes Moor Gifhorn): 
»Wir bringen mit der Moorbahn Besucher und Besucherinnen auf alten Gleisen in das Große Moor und machen somit die Natur direkt erlebbar. Unsere Gäste bekommen einen Einblick in die Entstehung und die ökologische Bedeutung von Mooren, der Nutzungs- und Kulturgeschichte und den aktuellen Herausforderungen bei der Renaturierung. Das Netzwerk bringt alle engagierte Institutionen und Vereine an einen Tisch und kann so durch verbesserten Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung zwischen den Beteiligten dieses einzigartigen Natur- und Kulturerlebnisses zielgerichteter für nachfolgende Generationen erhalten.«

Florian Preusse (NABU-Kreisverband Gifhorn):

»Der NABU engagiert sich seit vielen Jahren im Großen Moor. Neben der Heidepflege und der Wiedervernässung liegt uns besonders die Umweltbildung am Herzen. Mit unseren Arbeitseinsätzen begeistern wir jedes Jahr viele Menschen für den Erhalt des Großen Moores. Mit dem Netzwerk bündeln wir die Aktivitäten aller Akteure und bringen den Moorschutz gemeinsam weiter voran. Gerade mit Blick auf die Herausforderungen durch den Klimawandel ist das eine wichtige Aufgabe, sowohl für den Naturschutz als auch den Schutz des Wasserhaushalts in der Region.«

Jörg Thaden (Arbeitsgemeinschaft Fahrradwege in der Gemeinde Sassenburg):

»Das Große Moor ist ein einzigartiger Natur- und Lebensraum, der weit über die Grenzen einzelner Gemeinden hinaus Bedeutung hat. Deshalb begrüßen wir die Gründung des Netzwerks ausdrücklich. Es schafft die Möglichkeit, Akteure aus Naturschutz, Kommunen, Tourismus und Bürgern an einen Tisch zu bringen und gemeinsame Lösungen für die Zukunft des Großen Moores zu entwickeln. Als AG Fahrradwege setzen wir uns für eine attraktive und nachhaltige Mobilität in der Sassenburg ein. Viele ausgeschilderte Fahrradwege führen durch oder entlang des Großen Moores und verbinden Menschen mit dieser besonderen Landschaft. Deshalb möchten wir unsere Erfahrungen und Perspektiven aktiv in das Netzwerk einbringen und die Entwicklung der Region mitgestalten. Unser Ziel ist es, Naturerlebnis, Klimaschutz und nachhaltige Mobilität sinnvoll miteinander zu verbinden. Wir möchten dazu beitragen, dass das Große Moor für Einheimische und Gäste besser erlebbar wird, ohne seine ökologischen Qualitäten zu beeinträchtigen. Gemeinsam mit den anderen Partnern wollen wir Projekte anstoßen, die sowohl der Natur als auch den Menschen in der Region zugutekommen.«

Quelle: Landkreis Gifhorn 

Neue Jahreszeit, neues Heft

Der Sommer ist da und mit ihm eine neue Ausgabe des Heidja-Magazins. Das 84-seitige Heft lädt wieder ein zu Streifzügen, Naturendeckungen und Zeitreisen in der Südheide. Außerdem gibt es Ausflugstipps, Gartengeschichten und Beiträge aus dem Bereich Kunst und Kultur. 

 


Das neue Heft ist ab sofort als ePaper (PDF) zum Sofort-Download in unserem Shop erhältlich. Die auf Papier gedruckte Ausgabe folgt in wenigen Tagen.

Kunst im Kloster



Ausstellung »83 Bäume« und Gartenprojekt der Künstlerin Anna Susanne Jahn

Bild von Anna Susanne Jahn aus der Serie »83 Bäume«
 

Bevor Anna Susanne Jahn, Jahrgang 1961, im Sommer 2007 nach Nebel auf der Insel Amrum zog, lebte sie im Landkreis Uelzen. Hier entstanden zahlreiche Landschafts-, Wasser- und Wolkenbilder. Im Rückblick erscheinen ihr die großen alten Bäume als das schönste und kostbarste Element in der niedersächsischen Landschaft. Nun kehrt die Künstlerin für zwei Monate zurück in den Landkreis Uelzen, um die Damengärten des Klosters Ebstorf ins Bild zu setzen. Zuvor wird, gewissermaßen als Einstimmung, am Sonnabend, 2. Mai, in der Propsteihalle des Klosters ihre Ausstellung »83 Bäume« eröffnet. Die Bilder zeigen Pflanzenteile von Bäumen, die in der Technik des Naturselbstdrucks gedruckt, farbig aquarelliert und weiträumig auf Büttenpapier in einen grafischen Kontrast gesetzt sind. Was ist Naturselbstdruck? »Die Pflanze zeichnet sich selbst«, sagt die Künstlerin dazu. 

Die Künstlerin Anna Susanne Jahn. Foto: Anna Mareike Jahn 


Anna Susanne Jahn, die in Braunschweig Kunst studiert hat, ist Spezialistin für Aquarelle. Ihre  Pflanzendarstellungen stehen in der naturwissenschaftlich beobachtenden Tradition großer Vorbilder wie Georg Flegel, Maria Sibylla Merian und Albrecht Dürer. Die botanischen Besonderheiten jeder Pflanze in ihrer charakteristischen Schönheit werden von ihr genau wiedergegeben. Aber auch Einflüsse traditioneller japanischer Malerei, die Anna Susanne Jahn im Rahmen ihres sechsmonatigen Aufbaustudiums in Kyoto (Japan) studiert hat, sind in ihren Bildern spürbar.

In den folgenden acht Wochen nach der Ausstellungseröffnung in EEbstorf porträtiert Anna Susanne Jahn vor Ort die Pflanzen der Damengärten. Dabei benutzt sie erneut Technik des Natur selbstdrucks, aquarelliert im künstlerischen Kommentar Pflanzen in farbiger Transparenz. So entwickelt sie in der Weite des Bildraumes die zarte Schönheit der Pflanzen und zugleich zeigt sich die leichte Verletzlichkeit der Natur. 

Besucherinnen sind eingeladen während der Öffnungszeiten zuzusehen wie Anna Susanne Jahn ihre Bilder gestaltet. Ihre konzentrierte Arbeit erlaubt Einblicke in den Werkprozess einer behutsamen und verantwortungsbewussten Künstlerin. 
Wand für Wand wird die Propsteihalle mit der neuen Serie gefüllt und dann das fertige „Ebstorfer Herbarium“ am Sonnabend, 27. Juni, um 16:00 Uhr offiziell vorgestellt. 
 

Die Ausstellung wird außerdem ergänzt durch ein selten gezeigtes Kunstwerk: ein kostbares Paradiesgärtlein aus der Zeit um 1480. Auf Goldfolie sind eine Vielzahl von Kunstblumen genäht, ergänzt um zahlreiche Reliquienpäckchen mit Flussperlen und Inschriften. Den Abschluss bildet ein besticktes hellgrünes Seidenkissen. Ausnahmsweise wird das Paradiesgärtlein öffentlich gezeigt. 

Zusätzlich werden Aquarell-Malkurse für Erwachsene und Jugendliche im Kloster Ebstorf angeboten. Ebstorfer Grundschulklassen haben die Möglichkeit, unter der Leitung von Anna Susanne Jahn eigene Pflanzenporträts zu malen und zu drucken. Am Ende wird ein Kunstkatalog entstehen. Das Projekt wird finanziell unterstützt von der Dr. Christiane Hackerodt-Stiftung, der VGH-Stiftung und dem Lionsclub Bad Bevensen.


Weitere Informationen sind bei Äbtissin Angela Geschonke, Telefon 05822 2304, E-Mail info@kloster-ebstorf.de, erhältlich. 

Kasimir kommt

Familienausstellung »Narrenfreiheit! Die Geschichte des
Handpuppentheaters« wird im Museumsdorf Hösseringen eröffnet

Wer erinnert sich noch an Kasimir aus »Hallo Spencer«? Der rotflauschige Fernsehstar kann demnächst im Museumsdorf Hösseringen besucht werden. Für mehrere Monate hat »Kasi« seinen Wohnort aus »Spencerdorf« nach Hösseringen verlegt, wo er in der neuen Familienausstellung »Narrenfreiheit! Die Geschichte des Handpuppentheaters« zu sehen ist. 

Kasimir wirft einen Blick in die neue Ausstellung. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Der liebenswerten Klappmaulpuppe zur Seite stehen Kasper und seine Freunde, die ihre Gäste auf eine Reise in die eigene Kindheit ebenso mitnehmen wie in die Geschichte des Handpuppentheaters. Sie zeigen, wie sich der Kasper vom derben Jahrmarktsnarren zur beliebten Bühnenfigur mit Witz und Herz entwickelte, welche Vielfalt das Figurentheater bietet und wie das Puppenspiel vom Volksvergnügen zur eigenen Kunstform wurde. Ein Blick hinter die Kulissen verrät, wie Handpuppen gefertigt, ausgestattet und zum Leben erweckt werden. Eine liebevoll gestaltete Mitmachbühne und viele Mitmachaktionen laden Groß und Klein ein, selbst in die Rolle der  Puppenspieler zu schlüpfen.

Kasimir mit den Puppenspielern Puppenspieler Herbert Lange und Martin Lessmann vom Puppentheater von GRIMMbim. Foto: Museumsdorf Hösseringen

Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2026 im Museumsdorf Hösseringen zu sehen. Am Eröffnungstag (Sonnabend, 2. Mai), findet von 15 bis 16 Uhr eine Aufführung des Puppentheaters GRIMMbim statt. Mit »Rumpelstilzchen« wird eine spannende Mitmachgeschichte für Familien mit Kindern ab vier Jahren dargeboten. Der Eintritt zur Puppenaufführung ist kostenlos, ein Hut geht herum.